Obwohl Tabak mit vier Jahrhunderten Kulturgeschichte in
Europa eine verhältnismäßig junge Droge ist, haben der
Konsum und die dadurch verursachten gesundheitlichen
Schaden ein bedrohliches Ausmaß angenommen.
Keine andere Genussdroge ist so in die täglichen
Lebenswelten der Bevölkerung integriert, wie Tabak.
Im Jahr 2020 wird Tabakkonsum weltweit die wichtigste
vermeidbare Ursache für Krankheit und Tod sein; er wird
voraussichtlich jährlich 10 Mio. Menschen töten. In
Deutschland sind schon jetzt jährlich ca. 110.000
tabakbedingte Todesfälle zu beklagen.
Trotzdem ist Tabak die Droge, die am weitesten sozial
toleriert wird und auch heute noch mit einem großen
positiven Image besetzt ist. Das Rauchen hat als Krankheit
in alle entsprechenden Klassifikationen Eingang gefunden,
doch werden Folgeschäden noch immer verharmlost, da sie
häufig erst nach 20jahrigem Konsum auftreten, dann jedoch
meist nicht mehr reparabel sind.
Allen Warnungen zum Trotz nimmt das Rauchen zu. Bereits im
Kindesalter wird zur Zigarette gegriffen, Tabak ist eine
Gruppendroge, Rauchen wird von Frauen als Symbol der
Freiheit und Gleichberechtigung empfunden.
Die bisherigen Maßnahmen der öffentlichen Diskussion um die
schädlichen Auswirkungen des Tabakrauchens, die
Durchsetzung bestehender gesetzlicher Regelungen und der
Nichtraucherschutz werden immer noch nicht ernst genommen.
Anti-Raucher-Programme und Rehabilitationsangebote sind nur
sporadisch vorhanden.
Um dazu beizutragen, dass sich hier etwas ändert, haben
sich die unterzeichnenden Organisationen, Institute und
Personen zu einem Aktionsbündnis gegen das Rauchen
zusammengeschlossen.
Gemeinsam stellen sich die Mitglieder dieses
Aktionsbündnisses der Aufgabe, das Selbstverständnis des
Rauchens als ein gesellschaftlich allgemein akzeptiertes
Verhalten und den Stellenwert, den das Rauchen bei vielen
Menschen genießt, zu hinterfragen.
Dabei soll festgestellt werden, warum immer früher mit dem
Rauchen begonnen wird, welche Maßnahmen dagegen ergriffen
werden müssen und wie sie durchgesetzt werden können.
Besorgniserregend ist auch die Zunahme des Rauchens unter
Frauen. Es darf davon ausgegangen werden, dass Folgeschäden
des Rauchens bei Frauen erheblich zugenommen haben und
weiterhin zunehmen werden. Eine besondere Problematik
besteht dabei auch in der Schwangerschaft.
Ziele des Aktionsbündnisses gegen das Rauchen
sind:
- durch geeignete Maßnahmen die Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren (z. B. Rauchen in der Öffentlichkeit),
- Maßnahmen zu initiieren, die zielgruppenspezifisch dazu beitragen, dass das Einstiegsalter wieder heraufgesetzt wird. Dazu sollen Projekte, die bereits in anderen Ländern durchgeführt werden, mit Hilfe von Sponsoren auch in Mecklenburg- Vorpommern wirksam werden.
- Fordern des Nichtrauchens und des Nichtraucherschutzes (z. B. durch Aktionen wie Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden u. a.).
