Eine elterliche Suchterkrankung ist eines der zentralsten Risiken für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Oftmals leiden sie ein Leben lang unter den Traumen ihrer Kindheit und Jugend. Sie sind daher besonders gefährdet, selbst einmal Abhängigkeiten oder psychische Be­schwerden zu entwickeln.

Folgen von Suchterkrankungen der Eltern für ihre Kinder können sein:

  • nachteilige soziodemografische Bedingungen
  • soziale Ausgrenzung
  • Vernachlässigung
  • instabiles Erziehungsverhalten und wenig Verlässlichkeit
  • unsichere Bindung
  • Trennung von den Eltern, Fremdunterbringung
  • Parentifizierung der Kinder
  • Konflikte, Aggressivität und Gewalt in der Familie
  • psychische Erkrankungen der Kinder

 

Zahlen aus M-V

Landesauswertung der EBIS – (einrichtungsbezogenes Informationssystem) Daten 2019 der Sucht- und Drogenberatungsstellen in Mecklenburg-Vorpommern

  • 2565 Klienten*innen haben eigene minderjährige Kinder.
  • Davon leben bei 1555 Klienten*innen die minderjährigen Kinder im Haushalt.

Betrachtet man die Zahlen und rechnet bei der Angabe „mehr Kinder“ mit mindestens vier Kindern (was aber auch mehr sein können), dann sind schätzungsweise 4102 minderjährige Kinder in Mecklenburg-Vorpommern von der Suchtkrankheit ihrer Eltern betroffen. 2509 von diesen Kindern leben mit einem Elternteil mit Suchtproblematik in einem Haushalt zusammen.

Die Dunkelziffer liegt sicherlich noch höher, da nur die Klient*innen erfasst werden können, die Hilfe suchen. Da es aber zum Krankheitsbild gehört, dass Abhängige ihre Sucht abstreiten und der Meinung sind, jederzeit mit dem Konsum der Droge aufhören zu können, kann es manchmal Jahre dauern, bis die/der Süchtige bereit ist, sich Hilfe von außen zu holen.

  • 38 Klientinnen waren schwanger

Alkohol und Schwangerschaft

Die Radiospots wurden unter Federführung der Netzwerkkoordination Frühe Hilfen des Landkreises Rostock konzipiert und verwirklicht. Die Produktion und Ausstrahlung der Radiospots wurden aus Mitteln der Bundesstiftung Frühe Hilfen finanziert. Weitere Informationen finden Sie hier.


Erkärvideo Alkohol und Schwangerschaft der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen,


Wenn werdende Mütter während der Schwangerschaft Alkohol trinken, besteht ein hohes Risiko, dass sie ein behindertes Kind auf die Welt bringen. Fetale Alkoholspektrum-Störungen (Fetal Alcohol Spectrum Disorders, FASD) zählen zu den häufigsten angeborenen Behinderungen in Deutschland.

Unter dem Begriff FASD wird ein ganzes Spektrum von Folgeerscheinungen zusammengefasst, die auf den mütterlichen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft zurückzuführen sind. Am bekanntesten ist das Fetale Alkoholsyndrom (FAS).

FAS-Kinder

  • sind zu klein
  • haben einen zu kleinen Kopf
  • zeigen Auffälligkeiten im Gesicht
  • zeigen Verhaltensauffälligkeiten, weil ihr zentrales Nervensystem geschädigt ist

IRIS: das Online-Programm für Schwangere

Sie sind schwanger, trinken aber im Moment noch gelegentlich Alkohol oder rauchen die ein oder andere Zigarette? Oder aber Sie bemühen sich schon selbst während der Schwangerschaft auf Zigaretten und Alkohol zu verzichten, merken jedoch, dass es Ihnen gar nicht so leicht fällt durchzuhalten? Dann sind Sie bei IRIS genau richtig.Sie erhalten Unterstützung, alkohol- und rauchfrei durch Ihre Schwangerschaft zu gehen.
https://www.iris-plattform.de/

Weitere Informationen:

http://www.fasd-deutschland.de

Ansprechpartner*innen in MV

Rostocker Netzwerk Kind - Familie - Sucht
Caritas Suchtberatung, Fachdienst Suchtkrankenhilfe,
Frau Nachtigall
August-Bebel-Straße 2, 18055, Rostock
Telefon: 0381-25232-3
janet.nachtigall@caritas-im-norden.de

Netzwerk Kind-Familie-Sucht Greifswald
Fachambulanz für Alkohol- und Drogenkranke
Kathrin Seemann
Friedrich-Loeffler-Str. 13a, 17489 Greifswald
Tel.: 03834-89 92 35
info@fachambulanz-greifswald.de

LAKOST MV
Birgit Grämke, Tel.: 0385/7851561
graemke@lakost-mv.de

Unterstützung für Schwangere und Familien in M-V
https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/sm/Familie/Familie/Fr%C3%BCheHilfen/

 

Linktipps

Psychiatriewegweiser Mecklenburg-Vorpommern
https://www.psychiatriewegweiser.sozialpsychiatrie-mv.de/ 

Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V.
https://www.sozialpsychiatrie-mv.de

NACOA Deutschland - Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e.V
https://nacoa.de

Aktuelles

Im Rahmen der coa-Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien „Vergessenen Kindern eine Stimme geben“ führt Sucht.Hamburg gGmbH  3 Veranstaltungen online und kostenfrei durch:

  • Mo, 15.2., 16-18 Uhr: Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede haben Kinder von sucht- und psychisch erkrankten Eltern?
  • Di, 16.2., 15-17 Uhr:Kinderbücher zum Thema Sucht in der Familie. Mit Kindern über die elterliche Suchtbelastung ins Gespräch kommen
  • Do, 18.2., 10-12 Uhr: Connect – Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien Ein Netzwerk stellt sich und seine Arbeitsweise vor

Genauere Informationen und Anmeldung


Webseminar - Still und vergessen? - Kinder in suchtbelasteten Familien

Termin: 14.04.2021 | 14:00 - 16:00 Uhr


Projektstart - Kinder in psychisch und suchtbelasteten Familien in M-V

Erklärvideo Schwangerschaft und Alkohol

Kinder rauchender Mütter haben mehr Knochenbrüche

Abschlussbericht der Arbeitsgruppe „Kinder psychisch- und suchterkrankter Eltern

Studie: Rauchen und Alkohol erhöhen Risiko auf plötzlichen Kindstod