Eine elterliche Suchterkrankung ist eines der zentralsten Risiken für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Oftmals leiden sie ein Leben lang unter den Traumen ihrer Kindheit und Jugend. Sie sind daher besonders gefährdet, selbst einmal Abhängigkeiten oder psychische Be­schwerden zu entwickeln.

Folgen von Suchterkrankungen der Eltern für ihre Kinder können sein:

  • nachteilige soziodemografische Bedingungen
  • soziale Ausgrenzung
  • Vernachlässigung
  • instabiles Erziehungsverhalten und wenig Verlässlichkeit
  • unsichere Bindung
  • Trennung von den Eltern, Fremdunterbringung
  • Parentifizierung der Kinder
  • Konflikte, Aggressivität und Gewalt in der Familie
  • psychische Erkrankungen der Kinder

 

Zahlen aus M-V

Landesauswertung der EBIS – (einrichtungsbezogenes Informationssystem) Daten 2020 der Sucht- und Drogenberatungsstellen in Mecklenburg-Vorpommern

  • 2318 Klienten*innen haben eigene minderjährige Kinder.
  • Davon leben bei 1406 Klienten*innen die minderjährigen Kinder im Haushalt.

Betrachtet man die Zahlen und rechnet bei der Angabe „mehr Kinder“ mit mindestens vier Kindern (was aber auch mehr sein können), dann sind schätzungsweise 3674 minderjährige Kinder in Mecklenburg-Vorpommern von der Suchtkrankheit ihrer Eltern betroffen. 2201 von diesen Kindern leben mit einem Elternteil mit Suchtproblematik in einem Haushalt zusammen.

Die Dunkelziffer liegt sicherlich noch höher, da nur die Klient*innen erfasst werden können, die Hilfe suchen. Da es aber zum Krankheitsbild gehört, dass Abhängige ihre Sucht abstreiten und der Meinung sind, jederzeit mit dem Konsum der Droge aufhören zu können, kann es manchmal Jahre dauern, bis die/der Süchtige bereit ist, sich Hilfe von außen zu holen.

  • 43 Klientinnen waren schwanger

Alkohol und Schwangerschaft

Die Radiospots wurden unter Federführung der Netzwerkkoordination Frühe Hilfen des Landkreises Rostock konzipiert und verwirklicht. Die Produktion und Ausstrahlung der Radiospots wurden aus Mitteln der Bundesstiftung Frühe Hilfen finanziert. Weitere Informationen finden Sie hier.


Erkärvideo Alkohol und Schwangerschaft der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen,


Wenn werdende Mütter während der Schwangerschaft Alkohol trinken, besteht ein hohes Risiko, dass sie ein behindertes Kind auf die Welt bringen. Fetale Alkoholspektrum-Störungen (Fetal Alcohol Spectrum Disorders, FASD) zählen zu den häufigsten angeborenen Behinderungen in Deutschland.

Unter dem Begriff FASD wird ein ganzes Spektrum von Folgeerscheinungen zusammengefasst, die auf den mütterlichen Alkoholkonsum während der Schwangerschaft zurückzuführen sind. Am bekanntesten ist das Fetale Alkoholsyndrom (FAS).

FAS-Kinder

  • sind zu klein
  • haben einen zu kleinen Kopf
  • zeigen Auffälligkeiten im Gesicht
  • zeigen Verhaltensauffälligkeiten, weil ihr zentrales Nervensystem geschädigt ist

IRIS: das Online-Programm für Schwangere

Sie sind schwanger, trinken aber im Moment noch gelegentlich Alkohol oder rauchen die ein oder andere Zigarette? Oder aber Sie bemühen sich schon selbst während der Schwangerschaft auf Zigaretten und Alkohol zu verzichten, merken jedoch, dass es Ihnen gar nicht so leicht fällt durchzuhalten? Dann sind Sie bei IRIS genau richtig.Sie erhalten Unterstützung, alkohol- und rauchfrei durch Ihre Schwangerschaft zu gehen.
https://www.iris-plattform.de/

Weitere Informationen:

http://www.fasd-deutschland.de

Ansprechpartner*innen in MV

Netzwerk Kind-Familie-Sucht Greifswald
Fachambulanz für Alkohol- und Drogenkranke
Kathrin Seemann
Friedrich-Loeffler-Str. 13a, 17489 Greifswald
Tel.: 03834-89 92 35
info@fachambulanz-greifswald.de

LAKOST MV
Birgit Grämke, Tel.: 0385/7851561
graemke@lakost-mv.de

Unterstützung für Schwangere und Familien in M-V
https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/sm/Familie/Familie/Fr%C3%BCheHilfen/

 

Linktipps

Psychiatriewegweiser Mecklenburg-Vorpommern
https://www.psychiatriewegweiser.sozialpsychiatrie-mv.de/ 

Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e. V.
https://www.sozialpsychiatrie-mv.de

NACOA Deutschland - Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e.V
https://nacoa.de

Aktuelles

14./15.10.2022 - Tagung: Kommunikation und Beziehung digital gestalten

Spätestens seit der Corona-Pandemie ist die Digitalisierung überall präsent. Es haben digitale Veranstaltungen stattgefunden, Diskussionen wurden geführt, Programme wurden in den digitalen Raum übersetzt und viele Menschen sind des Themas ein bisschen müde geworden. Trotz der hohen Aufmerksamkeit und des starken Engagements die Hilfestrukturen aufrecht zu erhalten, ist der Begriff Digitalisierung immer noch sehr breit gefasst, etwas unscharf und mitunter doch recht schwer zu greifen. Wie schaffen wir es, neuen Schwung in die Thematik zu bringen? Denn bis alle Strukturen optimal aufgebaut und nach den Bedarfen ausgerichtet sind, sowie eine sinnvolle Balance zwischen online und offline geschaffen ist, haben wir noch ein gutes Stück des Weges vor uns. Im Rahmen der Tagung „Kommunikation und Beziehung digital gestalten – Weiterentwicklung von Hilfen für suchtbelastete Familien – möchten wir, gemeinsam mit Ihnen, einmal genauer hinschauen, wo wir eigentlich stehen und was wir voneinander lernen können. Was bedeutet es, sich methodisch im digitalen Raum zu bewegen, wie verändert sich die Beziehungsarbeit und der Beratungskontext? Wie können die verschiedenen Zielgruppen am besten erreicht und vor allem auch bei der Stange gehalten werden? Und was sind unsere nächsten Schritte, um das Netzwerk für suchtbelastete Familien engmaschiger zu stricken? Wir laden Sie herzlich dazu ein, an der Tagung teilzunehmen, sich frischen Input zu holen und interdisziplinär ins Gespräch zu kommen. Freuen Sie sich mit uns auf einen regen Austausch.

Flyer - Anmeldeformular


Handreichung zur Entwicklung und Umsetzung kommunaler Gesamtkonzepte zur Verbesserung der Unterstützung von Kindern psychisch und suchterkrankter Eltern
(GKV-Bündnis für Gesundheit)

Bei der Handreichung der GKV – Bündnis für Gesundheit handelt es sich um ein Instrument zur Qualitätsentwicklung kommunaler Gesamtkonzepte zur Verbesserung der Unterstützung von Kindern psychisch und suchterkrankter Eltern. Gleichzeitig dient die Handreichung auch als Orientierungshilfe für Kommunen, die bislang kaum Aktivitäten für Zielgruppenförderung durchgeführt haben. 

Die Handreichung können Sie sich auf der Webseite des GKV-Bündnis herunterladen.


2. Auflage des Methodenhandbuchs - Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien
(Hg. Caritasverband Schaumberg-Blies e.V., Autorinnen: C. Oswald und J. Meeß)

Die 2. Auflage enthält weitere Materialien, zusätzliche Verweise auf Broschüren, Bücher und Spiele und greift das Thema FASD auf: Sie zeigt Methoden zur Prävention von FASD sowie psychoedukative Herangehensweisen bei Vorliegen eines FASD auf – wie vermittelt man betroffenen Kindern ihre Beeinträchtigung, ohne die leibliche Mutter zu stigmatisieren?
 
Das Methodenhandbuch können Sie hier versandkostenfrei bestellen. 


 

Flieg, Dino! Spiel

ein kooperatives Spiel für Kinder ab 4 Jahren
entstanden in der Zusammenarbeit von NACOA Deutschland e.V. (Hanna Rosebrock, Andrea Landmann) und playing history

"Flieg, Dino" ist ein kooperatives Spiel, bei dem die Kinder gemeinsam mit dem Flugdino Tika in die Welt der Gefühle eintauchen. Das Spiel hilft Kindern, sich mit Gefühlen auseinanderzusetzen und Strategien für den Umgang mit ihnen zu entdecken. Hierzu werden auf Szenekarten alltagsnahe Situationen mit unterschiedlichen Gefühlen (Freude, Traurigkeit, Wut, Angst, Stolz und Scham) abgebildet. Durch Erwürfeln der auf den Karten dargestellten Gefühle werden Federn erspielt, mit denen die Kinder dem Dino zum Losfliegen verhelfen. Neben den Gefühlen wird auch das Thema Sucht auf acht der 26 Szenekarten aufgegriffen. "Es war uns wichtig, dass die Suchtbelastung der Familie nicht im Mittelpunkt des Spiels steht, sondern als ein mögliches Szenario vorkommt", erklären Hanna Rosebrock und Andrea Landmann vom "Fluffi Klub", den Präventions-Programms für Kinder, das NACOA Deutschland speziell für Kitas entwickelt hat. Im Zentrum des Spiels stehe das Erkennen und Benennen von Gefühlen, was auch eine wichtige Fähigkeit zur Vorsorge gegen Suchterkrankungen ist. "Diese Form der Prävention und Resilienzförderung ist für alle Kinder wichtig, aber auch und gerade für Kinder, die mit einem oder mehreren suchtkranken Erwachsenen aufwachsen und einem erhöhten Risiko unterliegen, selber im Laufe ihres Lebens eine Sucht zu entwickeln, sagen die Pädagoginnen. 

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten


Unauffällige oder hoch belastete Säuglinge und Kleinkinder? - Belastungen erkennen und ansprechen - Digitale Sprechstunde

In einem regelmäßigen Turnus werden Sprechstunden für Fachkräfte angeboten, die in unterschiedlicher Weise Säuglinge und Kleinkinder mit psychisch und suchtbelasteten Eltern unterstützen und versorgen. Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen, wie der Kinder- und Jugendhilfe, der Erwachsenenpsychiatrie, der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Psychotherapie etc., beantworten Fragen, die Sie in Ihrem Alltag beschäftigen. 

Die Sprechstunden werden gemeinsam vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen und der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm durchgeführt (Prof. Dr. Ute Ziegenhain). Kooperationspartner ist Prof. Dr. Michael Kölch, Klinik für Psychiatrie, Neurologie, Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter, Universitäre Medizin Rostock. Die Sprechstunden werden im Rahmen des Aktionsprogramms "Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche" im Jahr 2022 gefördert. 

Gestaltung der digitalen Sprechstunden: 

Der erste Termin - dem jeweiligen Thema entsprechend - ist als eine Frage- und Diskussionsrunde eher breit angelegt. 

Der zweite Termin ist spezifisch auf Fallsprechungen bzw. Fallsupervision hin angelegt. Dieser zweite Termin ist auf max. 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrenzt. 

Termin:

Wann: 10.Mai.2022 und 19.Mai.2022, jeweils von 16:00 - 18:00 Uhr

Mit: Dr. Anne Katrin Künster - Institut für Kindheit und Entwicklung

Thema: Unauffällige oder hoch belastete Säuglinge und Kleinkinder? - Belastungen erkennen und ansprechen

Anmeldung: Bitte melden Sie sich unter diesem Link für die Sprechstunden an. Wenn Sie sich jeweils für den jeweils zweiten Termin einer Online-Sprechstunde - die Fallsupervision - interessieren, bitten wir Sie neben Ihrer Anmeldung um eine kurze E-Mail (kpke.sprechstunde.kjp@uniklinik-ulm.de), ob Sie einen Fall einbringen möchten. Die Sprechstunden finden online über die Plattform ZOOM statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. 

Landeskoordination: Kinder aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien

Seit 2020 übernimmt der Landesverband Sozialpsychiatrie Mecklenburg-Vorpommern e.V. zusammen mit der Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik (GGP Gruppe) die Landeskoordination zur Thematik Kinder aus psychisch und/oder suchtbelasteten Familien, das vom Referat für Psychiatrie, Maßregelvollzug und Prävention des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern finanziert wird. Ziel ist es im Rahmen der Landeskoordination die Situation von Kindern psychisch erkrankter Eltern in Mecklenburg-Vorpommern zu verbessern, indem alle wichtigen versorgungsrelevanten Akteur*innen für diese Zielgruppe vernetzt und zielgruppenspezifische Angebote entwickelt werden.

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