Aktionstag Suchtberatung 2025
Motto: „Sucht betrifft uns alle. Hilfe auch!“

Aktionstag macht auf prekäre Lage der Beratungsstellen und Betroffenen aufmerksam

Sucht betrifft uns alle – ganz gleich, ob Alkohol, Nikotin, Medikamente, Glücksspiel, Cannabis oder digitale Medien. Doch die Menschen, die Hilfe suchen, und jene, die sie geben, stoßen in Mecklenburg-Vorpommern zunehmend an Grenzen. Zum diesjährigen bundesweiten Aktionstag Suchtberatung am 13.11.2025 unter dem Motto „Sucht betrifft uns alle. Hilfe auch!“ ruft die Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen Mecklenburg-Vorpommern (LAKOST MV) daher eindringlich dazu auf, die Finanzierung der Suchtberatungsstellen dauerhaft zu sichern.

„Suchtberatung ist kein Luxus, sie ist lebensrettend“, betont Birgit Grämke, Geschäftsführerin „Doch viele Beratungsstellen in MV kämpfen um ihre Existenz. Wenn wir zulassen, dass diese Strukturen wegbrechen, lassen wir Menschen mit ihren Problemen allein – und das darf in einem sozialen Land wie unserem nicht passieren.“

Steigende Not – sinkende Mittel

Die Situation ist alarmierend: Während die Zahl der Hilfesuchenden steigt, reichen die finanziellen Mittel für viele Suchtberatungsstellen kaum noch aus, um den Bedarf zu decken. Fachkräfte arbeiten unter hohem Druck. Dabei spart der Staat durch eine bedarfsgerechte Suchtberatung nachweislich mehr Geld ein, als es kostet!

Dabei ist Suchtberatung weit mehr als Krisenintervention: Sie ist Prävention, Begleitung, Vermittlung, Schutz. Sie ist die erste Anlaufstelle für Menschen, die den Mut finden, über ihre Sucht zu sprechen – oft der entscheidende Schritt in ein neues Leben.

Hilfe braucht Halt

Auch die Betroffenen selbst leiden unter den Folgen der finanziellen Unsicherheit. Viele leben in prekären Verhältnissen, haben Angst, ihre Arbeit, ihre Wohnung oder ihre Familie zu verlieren. „Hilfe darf kein Glücksspiel sein“, so Birgit Grämke. „Wir brauchen stabile Strukturen, damit Menschen in Not verlässlich Unterstützung finden – egal, wo sie in Mecklenburg-Vorpommern leben.“

Die LAKOST MV fordert deshalb gemeinsam mit den Trägern der Suchthilfe eine auskömmliche, verlässliche und langfristige Finanzierung der Suchtberatungsstellen im Land und die Umsetzung von kommunaler Suchthilfeplanung. Nur so kann das Netz an Hilfen bestehen bleiben, dass für viele Menschen der letzte Halt ist. Aus unserer Sicht ist die aktuelle Forderung des Ärzteverbandes „Marburger Bund“, die Steuer auf Alkohol und Nikotin erhöhen, unverzichtbar, um die Suchtberatung und Suchtprävention deutlich besser ausstatten zu können. Unsere europäischen Nachbarn beweisen, das höhere Preise für Alkohol und Nikotinprodukte darüber hinaus zu einem niedrigeren Konsum führen.

Tag der offenen Tür in der Sucht- und Drogenberatungsstelle Schwerin

Am 13. November haben Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, zwischen 14:00 Uhr und 15:30 Uhr die Sucht- und Drogenberatungsstelle Schwerin, die Schwerpunktberatungsstelle Glücksspielsucht sowie das Kompetenzzentrum für exzessive Mediennutzung und Medienabhängigkeit in der Mecklenburgstraße 97 zu besuchen.

Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen und sich über die vielfältigen Aufgaben, Angebote und Arbeitsweisen der Beratungsstellen zu informieren.