Mit einem Fachtag des Lotsennetzwerks Mecklenburg-Vorpommern „Abhängigkeit & Psyche“ startet am 12. Juni in Rostock die Beteiligung Mecklenburg-Vorpommerns an der bundesweiten Aktionswoche Alkohol. Die Aktionswoche macht mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen auf die gesundheitlichen, sozialen und gesellschaftlichen Folgen des Alkoholkonsums aufmerksam und lädt dazu ein, den eigenen Umgang mit Alkohol zu reflektieren.
Der Fachtag in Rostock bringt Fachkräfte aus Suchthilfe, Psychiatrie, psychosozialer Versorgung und weiteren Unterstützungsangeboten zusammen. Im Mittelpunkt stehen der Austausch über aktuelle Herausforderungen an den Schnittstellen von Suchterkrankungen und psychischen Erkrankungen sowie die Stärkung der Vernetzung im Hilfesystem.
Burkhard Lehmann, Koordinator des Lotsennetzwerks Mecklenburg-Vorpommern unterstreicht die Bedeutung der Veranstaltung: „Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung und gleichzeitig bestehenden psychischen Belastungen benötigen oft Unterstützung durch verschiedene Hilfesysteme. Der Fachtag schafft Raum für fachlichen Austausch und Vernetzung, damit Betroffene noch besser begleitet und passende Hilfen schneller vermittelt werden können.“
Allein im Gesundheitswesen führen die Folgen des Alkoholkonsums zu Kosten von bundesweit 16 Milliarden Euro. Mecklenburg-Vorpommern zählt zu den Bundesländern mit dem höchsten Alkoholkonsum und den höchsten alkoholbedingten Gesundheitsbelastungen in Deutschland. Rund 38.200 Menschen wurden hier zuletzt wegen einer Alkoholabhängigkeit behandelt. Das sind 2,35 Prozent der Landesbevölkerung. Damit liegt das MV deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 1,7 Prozent.
„Die Zahlen zeigen deutlich, dass Mecklenburg-Vorpommern beim Thema Alkohol vor besonderen Herausforderungen steht. Umso wichtiger sind Aufklärung, Prävention und Hilfsangebote. Die Aktionswoche Alkohol schafft Aufmerksamkeit für die Risiken des Konsums und macht gleichzeitig deutlich, dass Unterstützung für Betroffene und Angehörige vorhanden ist“, sagt Birgit Grämke, Geschäftsführerin der LAKOST MV. Im Zusammenhang mit der Aktionswoche Alkohol wies Birgit Grämke auch auf die Verantwortung der Bundesregierung im Kampf gegen die Alkoholsucht hin. Dabei forderte sie, dass noch in diesem Jahr das Bundesjugendschutzgesetz geändert wird, um das derzeit erlaubte begleitete Trinken ab 14 Jahren zu verbieten. Zusätzlich sollen die Alkoholsteuern auf europäisches Niveau angehoben und deren Einnahmen in die Suchtprävention gesteckt werden.
Während der bundesweiten Aktionswoche finden in Mecklenburg-Vorpommern zahlreiche weitere Veranstaltungen statt – darunter Informationsangebote, Mitmachaktionen, Fachveranstaltungen und Beratungsangebote. Ziel ist es, für die Risiken des Alkoholkonsums zu sensibilisieren, Vorurteile abzubauen und Wege zu Unterstützung und Hilfe aufzuzeigen.
Eine Übersicht aller Veranstaltungen in Mecklenburg-Vorpommern sowie bundesweit finden Interessierte im Veranstaltungskalender der Aktionswoche Alkohol unter den Terminen auf der Website der Aktionswoche Alkohol.
Weitere Informationen:
https://www.aktionswoche-alkohol.de/

