Anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai macht die Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen Mecklenburg-Vorpommern (LAKOST MV) auf die aktuellen Entwicklungen beim Rauchverhalten von Jugendlichen aufmerksam. Während der klassische Zigarettenkonsum unter jungen Menschen in den vergangenen Jahren rückläufig war, gewinnen E-Zigaretten und sogenannte Vapes zunehmend an Bedeutung.‘
Besonders problematisch ist dabei, dass viele Jugendliche die gesundheitlichen Risiken des Vapens unterschätzen. Süße Geschmacksrichtungen, modernes Design und gezieltes Marketing über soziale Medien tragen dazu bei, dass E-Zigaretten häufig als harmlos wahrgenommen werden. Tatsächlich enthalten viele Produkte Nikotin und können frühzeitig zu einer Abhängigkeit führen.

Die Tabak- und Nikotinindustrie setzt verschiedene Strategien ein, um ihre Produkte für ihre – oft jungen – Kunden attraktiv zu machen. Dazu gehören E-Zigaretten und Nikotinprodukte in bunten Verpackungen, süßen Geschmacksrichtungen sowie indirekte Werbung über Influencerinnen und Influencer in sozialen Medien. Laut einer Studie des Instituts für Gesundheits- und Therapieforschung konsumieren Minderjährige, die bereits E-Zigaretten in Influencer-Videos gesehen haben, häufiger selbst E-Zigaretten.

Das diesjährige Motiv der Deutsche Krebshilfe gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Nichtrauchen (ABNR)macht deutlich, auf welche Weise die Tabak- und Nikotinindustrie ihre Konsumentinnen und Konsumenten beeinflusst: Durch den Suchtstoff Nikotin und professionelle Vermarktungsstrategien bleibt Rauchenden praktisch keine freie Wahl. Wer jedoch aufhört, holt sich die Kontrolle zurück.

„Wir beobachten mit Sorge, dass Vapes für viele Jugendliche inzwischen zum Lifestyle-Produkt geworden sind. Die Hemmschwelle zum Konsum sinkt deutlich, während gleichzeitig das Bewusstsein für gesundheitliche Risiken oft fehlt“, erklärt Birgit Grämke, Geschäftsführerin der LAKOST MV. „Prävention muss deshalb frühzeitig ansetzen und die Lebenswelt junger Menschen ernst nehmen.“

Vor diesem Hintergrund arbeitet die LAKOST MV derzeit mit Unterstützung der DAK-Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern an einem neuen Präventionsprojekt zum Thema Vapen. Das Projekt richtet sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler und soll im kommenden Schuljahr starten. Ziel ist es, über Risiken aufzuklären, Konsumkompetenzen zu stärken und Jugendliche für die Strategien der Tabak- und Nikotinindustrie zu sensibilisieren.

Die LAKOST MV sieht in der zunehmenden Verbreitung von E-Zigaretten eine zentrale Herausforderung der modernen Suchtprävention. 

Zum Weltnichtrauchertag fordert die LAKOST MV, junge Menschen stärker vor den Strategien der Tabak- und Nikotinindustrie zu schützen und Prävention als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe konsequent auszubauen – in Schulen, Familien, Politik und Öffentlichkeit.